
Du stehst mitten in deiner Ausbildung, der Führerschein ist vielleicht gerade frisch oder du brauchst einfach ein zuverlässiges Auto für den Weg zur Arbeit oder Berufsschule. Plötzlich kommt dieser Gedanke auf: Ein eigenes Auto muss her! Aber wie sieht das finanziell aus, gerade als Auszubildender? Leasing klingt oft nach einer Lösung für Leute mit viel Geld. Doch kann man als Azubi überhaupt ein Auto leasen? Lass uns ganz ehrlich darüber reden, welche Optionen du hast und was du beachten musst, wenn du in der Ausbildung ein Auto leasen möchtest.
Die Realität: Warum Leasing in der Ausbildung schwierig sein kann
Leasing ist im Grunde genommen das Mieten eines Autos über einen längeren Zeitraum, meistens zwei bis vier Jahre. Du zahlst monatliche Raten und gibst das Auto am Ende wieder ab. Klingt einfach, oder? Für Banken und Leasinggesellschaften ist es aber erst einmal wichtig: Kannst du die Raten verlässlich zahlen? Hier kommt der Knackpunkt für viele junge Leute.
Bonität und Einkommen – die ersten Hürden
Wenn du in der Ausbildung bist, ist dein Einkommen oft nicht sehr hoch. Leasinggeber prüfen deine Kreditwürdigkeit, die sogenannte Bonität. Sie schauen sich deine Schufa-Auskunft an. Wenn dein monatliches Ausbildungsgehalt niedrig ist oder du vielleicht schon andere Kreditraten bedienst, sehen sie das Risiko als hoch an. Sie fragen sich: Bricht die Rate weg, wenn der Azubi mal weniger verdient oder unerwartete Ausgaben hat?
Du merkst schnell: Ein Standard-Leasingangebot für einen neuen Mittelklassewagen bekommst du so gut wie nie ohne Bürgen. Du stehst da und fragst dich: Gibt es überhaupt Wege, wie ich als Azubi ein Auto leasen kann, ohne dass mir sofort ein Elternteil unterschreiben muss?
Die Alternativen zum klassischen Neuwagen-Leasing
Keine Sorge, es gibt Wege, wie du trotzdem mobil wirst. Oft ist der Weg über das klassische Leasing für Neufahrzeuge blockiert. Aber Leasing ist nicht gleich Leasing. Du musst flexibler sein und dich auf andere Angebote einlassen, wenn du als Azubi ein Auto leasen möchtest.
Gebrauchtwagen-Leasing: Der realistische Weg
Der beste Ansatz für dich ist oft das Leasing von Gebrauchtwagen. Bei jungen Gebrauchten sind die Leasingraten deutlich niedriger als bei fabrikneuen Autos. Viele Händler bieten Leasingverträge für Fahrzeuge an, die schon ein oder zwei Jahre alt sind. Hier sind die Anforderungen an dein Einkommen oft niedriger, weil die Basisrate geringer ist.
- Niedrigere Raten: Der größte Vorteil ist die monatliche Belastung.
- Weniger Zinsrisiko: Der Wertverlust des Autos ist bereits eingepreist.
- Fokus auf Zuverlässigkeit: Du suchst ein Auto, das dich zur Arbeit bringt, keinen Show-Wagen.
Die Entscheidung, ob du ein Auto leasen oder kaufen solltest, ist besonders relevant, wenn du ein Vielfahrer bist.
VIDEO: Leasen oder Kaufen? Was ist aktuell besser?
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Unverzichtbare Lesestücke über Auto leasen in der Ausbildung: Tipps & Angebote findest du hier.
- Wie funktioniert Auto Leasing? Voraussetzungen & Tipps – Allianz
- Leasing Angebote für Studenten und Azubis – ADAC
Privatleasing mit Bürgschaft: Die häufigste Lösung
Wenn du unbedingt einen Neuwagen leasen möchtest, wirst du höchstwahrscheinlich einen Bürgen brauchen. Das ist meistens ein Elternteil oder ein enger Verwandter mit festem, gutem Einkommen. Der Bürge übernimmt die Zahlung, falls du selbst einmal zahlungsunfähig werden solltest. Das ist eine große Verantwortung für die Person, also sprich das Thema offen an und sei dir der Tragweite bewusst.
Wartezeit und Vorausleistung: Die Anzahlung
Manchmal verlangen Leasinggesellschaften eine höhere Sonderzahlung zu Beginn des Vertrags. Das ist quasi deine Anzahlung. Wenn du diese leisten kannst, sinkt das Risiko für den Leasinggeber. Überlege genau, ob es klüger ist, dieses Geld anzusparen, anstatt es sofort auszugeben. Wenn du in der Ausbildung bist, ist das Ersparte Gold wert für unvorhergesehene Reparaturen.
Checkliste: Was du vor dem Leasing-Vertrag prüfen musst
Bevor du irgendein Dokument unterschreibst, nimm dir Zeit. Ein Leasingvertrag bindet dich oft für 24, 36 oder sogar 48 Monate. Wenn du dann merkst, dass es finanziell doch zu eng wird, kommst du nur schwer wieder heraus.
1. Die Kilometerleistung genau berechnen
Das ist der häufigste Fehler beim Leasing. Du zahlst für eine bestimmte Kilometerzahl pro Jahr. Fährst du mehr, zahlst du drauf. Rechne realistisch. Wie viele Kilometer brauchst du wirklich für den Weg zur Arbeit? Rechne Puffer für Fahrten zum Einkaufen oder in den Urlaub ein. Lieber ein paar Euro mehr für eine höhere Kilometerleistung einkalkulieren, als am Ende hohe Nachzahlungen leisten zu müssen. Genauso wichtig ist die Wahl der richtigen Auto-Finanzierung.
Praxistipp: Wenn du jeden Tag 30 Kilometer zur Berufsschule und 30 Kilometer zur Arbeit fährst, sind das schnell 15.000 Kilometer im Jahr, wenn du das Auto auch am Wochenende nutzt. Bleib nicht bei den standardmäßigen 10.000 Kilometern hängen.
2. Der Zustand des Autos bei Rückgabe
Leasing bedeutet: Das Auto muss am Ende in einem vertragsgemäßen Zustand zurückgegeben werden. Das heißt, kleinere Kratzer sind oft in Ordnung, aber große Dellen oder tiefe Kratzer musst du bezahlen. Lasse dir genau erklären, was als „normale Gebrauchsspur“ gilt und was nicht. Ein Checkheftgepflegtes Auto ist beim Leasing oft Pflicht.
3. Die Versicherungspflicht verstehen
Beim Leasing musst du oft eine Vollkaskoversicherung abschließen. Das ist wichtig, weil das Auto dem Leasinggeber gehört und er abgesichert sein will. Als Fahranfänger sind die Versicherungsprämien hoch. Diese Kosten kommen zusätzlich zur Leasingrate. Rechne das unbedingt in dein Monatsbudget ein, bevor du den Vertrag abschließt.
4. Frühzeitige Vertragsbeendigung – Was kostet das?
Frage gezielt nach den Konditionen für eine vorzeitige Kündigung. Auch wenn du jetzt denkst, du hältst durch: Manchmal ändert sich die Lebenssituation schnell. In der Regel ist die vorzeitige Vertragsauflösung extrem teuer, da du oft die Restraten plus eine hohe Bearbeitungsgebühr zahlen musst. Sei dir bewusst, dass du dich langfristig bindest.
Alternative Finanzierungsformen für Auszubildende
Wenn Leasing sich als zu kompliziert oder zu teuer herausstellt, gibt es andere Optionen, um dein Mobilitätsbedürfnis zu decken, während du in der Ausbildung bist.
Der Ratenkauf (Kredit)
Du finanzierst das Auto über einen Kredit bei deiner Hausbank. Nach der letzten Rate gehört das Auto dir. Der Nachteil: Oftmals musst du selbst eine Anzahlung leisten und die Zinsen können hoch sein. Der Vorteil: Du hast am Ende Eigentum. Das ist eine Überlegung wert, wenn du planst, das Auto nach der Ausbildung noch lange zu fahren.
Das Auto von Privat kaufen
Ein junger Gebrauchter von Privatpersonen ist oft die günstigste Lösung. Du handelst den Preis direkt aus. Es gibt keine Bonitätsprüfung. Du musst aber selbst die Gewährleistung und Garantie prüfen. Hier ist es wichtig, einen Mechaniker mit zur Besichtigung zu nehmen, damit du kein „Montagsauto“ kaufst.
Der Vater-Mutter-Kredit (Elterndarlehen)
Viele junge Leute starten mit einem Darlehen von den Eltern. Das ist oft zinsfrei oder sehr günstig und unbürokratisch. Wenn du dir ein älteres, zuverlässiges Auto kaufst, das nicht viel kostet, ist diese Variante unschlagbar. Du lernst, Verantwortung für eine feste monatliche Rückzahlung zu übernehmen, ohne den Druck einer Bank oder Leasingfirma.
Deine Sicherheit: Wie du Betrug beim Leasen in der Ausbildung vermeidest
Gerade junge Leute, die unbedingt ein Auto wollen, sind anfällig für unseriöse Angebote. Sei wachsam, besonders wenn es um „Leasing ohne Schufa“ oder „extrem günstige Raten für Neuwagen“ geht.
- Keine Vorauszahlung per Überweisung: Seriöse Anbieter verlangen niemals, dass du die erste Rate oder eine Bearbeitungsgebühr im Voraus überweist, bevor der Vertrag unterschrieben und das Auto bereitsteht.
- Nur bekannte Marken und Händler: Halte dich an etablierte Autohäuser oder bekannte, große Leasingportale.
- Vergleiche immer die Effektivzinsen: Lass dich nicht nur von der monatlichen Rate blenden. Der effektive Jahreszins zeigt dir die tatsächlichen Kosten des Leasings.
Erinnere dich immer daran: Dein Ausbildungsgehalt ist die Basis. Das Leasingangebot muss zu diesem Einkommen passen, nicht umgekehrt. Druck ausüben lassen solltest du dich nicht, auch wenn die Schule weit weg ist und du dringend ein Auto brauchst. Geduld zahlt sich hier aus.
Häufige Fragen
- Ist leasing ohne bürge für azubis möglich?
- Es ist sehr schwierig, aber nicht komplett unmöglich. Du brauchst eine sehr gute Schufa-Auskunft und einen überdurchschnittlich hohen Ausbildungslohn. Meistens führt der Weg über das Leasing eines älteren Gebrauchtwagens, da die monatlichen Raten niedriger sind.
- Was kostet mich das auto leasen noch außer der rate?
- Du musst die Kosten für die Vollkaskoversicherung, die Kfz-Steuer (manchmal zahlt der Leasinggeber, oft aber nicht), die Wartung und Reparaturen sowie eventuelle Nachzahlungen für zu viele gefahrene Kilometer einkalkulieren. Diese Nebenkosten machen oft einen großen Teil der monatlichen Gesamtausgaben aus.
- Darf mein arbeitgeber beim leasing helfen?
- Dein Arbeitgeber kann dir eventuell finanziell helfen, zum Beispiel durch einen Zuschuss zum Arbeitsweg. Direkten Einfluss auf den Leasingvertrag hat er aber nicht. Er kann höchstens als Bürge fungieren, was aber unüblich ist, da er dann für deine privaten Schulden haftet.